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Wolkenbruch! Über die Region ging von Freitag auf Samstag ein deftiger Wolkenbruch nieder. Vier Stunden lang schüttete es wie aus Eimern. Samstag früh stand das Festzelt unter Wasser.
Der Gemeinschaftsgeist der Kraisdorfer ist am Samstag wieder mal unter Beweis gestellt worden. Und es hat – wieder mal – geklappt. Der Grund: durch einen Wolkenbruch von Freitag auf Samstag war das große Festzelt auf der Wiese von Albin Lang unter Wasser gesetzt worden. Es war zwischen drei und vier Uhr, so erinnert sich Vorsitzender Herbert Schönmann, als man beschloss, die Feuerwehrpumpe einzusetzen, um das Wasser über den Wall in die Baunach zu pumpen. Das ging auch ganz gut so, und bis 5.30 Uhr war die Wiese und das Zelt leer gepumpt. Was blieb war Matsch. Nur: durch die wahnsinnig großen Wassermassen war auch die Baunach proppenvoll, und so drückte das Wasser wieder durch den Wall zurück auf die Wiese und in das Zelt. „Wir wussten nicht was wir machen sollten“, beschrieb Schönmann die Situation: denn für Samstag Abend waren schließlich die „Hergolshäuser Musikanten“ angesagt. Ein volles Zelt und Stimmung garantiert. Also wurden um das Zelt Gräben gezogen, durch die das Wasser abfließen konnte. Gerhard Eller setzte dafür seinen großen Traktor und einen Dreischarpflug ein. Langsam verabschiedete sich das Wasser. Nur: im Zelt und außen rum war alles voll Matsch. Einen Holzboden, wie er in großen Festzelten und auch letztes Jahr in Ebern war, wäre viel zu teuer gekommen. Die Idee: mit Holzhackschnitzel, dick aufgetragen kann das Zelt begehbar gemacht werden. Also, jetzt ging’s los. Josef Lurz rief seinen Sägewerkskollegen Hiller in Gemeinfeld an. „Geht klar, ihr könnt Material holen“. Sechs Traktoren mit ebenso vielen Hängern waren dann unterwegs, holten rund fünfzig Kubikmeter dieser Hackschnitzel. Unterdessen wurden die Gehwege im und ums Zelt mit Paletten und Bretter-Kantholz-Konstruktionen begehbar gemacht. Mit Schubkarren und Schaufeln wurden die Hackschnitzel im Zelt und außen rum verteilt. Die Garnituren blieben drin, nur die Sitzbänke wurden kopfüber auf die Tische gekippt, damit das Verteilen besser ging. Rund 40 bis 50 Frauen und Männer waren an der Gewaltaktion beteiligt. Auch die Strohballen für die Strohhüpfburg wurden teilweise ausgetauscht. Das Fest ohne die Strohhüpfburg? Nicht auszudenken für die Kinder. Gegen 16 Uhr war die Aktion zum großen Teil vorbei. Restliche Arbeiten standen noch an. Vorsitzenden Schönmann stand die Anspannung im Gesicht geschrieben. „Ich leg mich jetzt erst mal hin“. Die ganze Nacht durch bis jetzt hatte er - wie einige andere auch - kein Auge zugemacht. Den vielen Frauen und Männern stand der Gewaltakt im Gesicht – von Schweiß triefende Gesichter, durchgeschwitzte Hemden und Hosen. Und den ganzen Tag über auch eine drückende Schwüle. Für die Gemeinschaft im Dorf tat die Aktion gut. Und im Zelt selbst lag ein Geruch nach frischem Holz in der Luft. Der Abend mit den Hergolshäusern und die folgenden waren gerettet.
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